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Die Kreuzzeitung war von 1848 bis 1939 eine überregionale Tageszeitung im Königreich Preußen und späteren Deutschen Reich. Sie erschien ab 1848 wöchentlich mit zwölf Ausgaben (einer Morgen- und einer Abendausgabe täglich außer montags) und ab 1929 mit wöchentlich sieben Ausgaben (täglich). Die Zeitung besaß Redaktionsbüros in verschiedenen Städten im In- und Ausland. Der Hauptsitz befand sich ursprünglich in der Dessauer Straße 5, ab 1868 in der Königgrätzer Straße 15 und ab 1927 in der Dessauer Straße 6–8 in Berlin.

Mit dem Eisernen Kreuz als Emblem im Titel hieß sie anfangs offiziell Neue Preußische Zeitung, obgleich sie im allgemeinen und auch im amtlichen Sprachgebrauch schlicht Kreuzzeitung genannt wurde. 1911 erfolgte eine Umbenennung in Neue Preußische (Kreuz-)Zeitung und ab 1929 in Neue Preußische Kreuz-Zeitung. Von 1932 bis 1939 war der offizielle Titel nur noch Kreuzzeitung.

Das Blatt war ein richtungsweisendes Organ der konservativen Oberschicht. Zur Leserschaft gehörten der Adel, Offiziere, hohe Beamte, Industrielle und Diplomaten – jedoch niemals mehr als 10.000 Abonnenten. Weil die Leser zur Elite zählten, wurde die Kreuzzeitung oft zitiert und war zeitweise sehr einflussreich. Als Untertitel nutzte die Zeitung von der ersten bis zur letzten Ausgabe den deutschen Wahlspruch der Befreiungskriege: „Vorwärts mit Gott für König und Vaterland“.

Der geistige Kopf der preußischen Altkonservativen, Ernst Ludwig von Gerlach, schrieb für die Kreuzzeitung seine berühmt-berüchtigten "Rundschauen", mit denen er zuweilen zu manchen "Neukonservativen", aber auch engen Freunden in Konflikt kam. Der Artikel "Krieg und Bundesreform" in der Ausgabe vom 12.Mai 1866 rechnet scharf mit der Konfrontationspolitik gegen Österreich ab und führte schließlich zum endgültigen Bruch mit Otto von Bismarck.

Hier können Sie historische Ausgaben der Kreuzzeitung lesen.