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Handschriftliche Randbemerkung Friedrich Wilhelms I. zu seinem Erlass vom 10. September 1726, der verfügt, dass künftig alle Kirchen auch der reformierten Konfession zugänglich sein sollen. Der König nimmt Bezug auf den Widerstand, den es aus den Kreisen lutherischer Geistlicher dagegen gab.

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»Der Unterschied zwischen unseren beiden evangelischen Religionen ist wahrlich ein Pfaffengezänk, denn äußerlich ist wohl ein großer Unterschied, wenn man es aber examinieret, so ist es derselbige Glaube in allen Stücken, sowohl in der Gnadenwahl als im heiligen Abendmahl. Nur auf die Kanzel, da machen sie eine Sauce, eine saurer als die andere. Gott verzeih allen Pfaffen, denn die werden Rechenschaft geben am Gericht Gottes, daß sie Schulratzen aufwiegeln, um das wahre Werk Gottes in Uneinigkeit zu bringen. Was aber wahrhaft geistliche Prediger sind, solche, die sagen, daß man sich soll einer den andern dulden und nur Christi Ruhm vermehren, die werden gewiß selig. Denn es wird nicht heißen: Bist du lutherisch oder bist du reformiert?, sondern es wird heißen: Hast du meine Gebote gehalten oder bist du bloß ein braver Disputator gewesen? Es wird heißen: Weg mit die letzten zum Teufel ins Feuer, aber die meine Gebote gehalten, kommt zu mir in mein Reich. Gott geb uns allen seine Gnade und geb allen seinen evangelischen Kindern, daß sie mögen seine Gebote halten und daß Gott möge zum Teufel schicken alle die, die Uneinigkeit verursachen. Friedrich Wilhelm.«

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Prophet der Restauration: Carl Ludwig von Haller (1768 — 1854)

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von Dipl.-Päd. Stephan Ehmke

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Einleitung

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Der vorliegende Aufsatz wirft einen Blick auf das Leben und das Werk des Schweizer Staatsrechtlers Carl Ludwig von Haller¹. Er erhebt nicht den Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit, sondern entspringt dem persönlichen Interesse und der persönlichen Sympathie des Autors für eine Persönlichkeit, die selbst in konservativen Kreisen heute kaum noch bekannt ist - allerdings zu Unrecht. Carl Ludwig von Haller wurde 1768 in Bern als Spross einer alteingesessenen Patrizierfamilie geboren. Er wuchs in Zeiten auf, die vom Zeitgeist der Aufklärung geprägt waren. Haller erlebte die Französische Revolution mit ihren Auswirkungen auf seine Heimat direkt mit. An den Ereignissen der Befreiungskriege hatte er - wenn auch in kleinerem Rahmenpersönlichen Anteil. All dies prägte seine politische Einstellung nachhaltig. Wenn Haller sich auch, wie viele junge Männer der damaligen Zeit, von den Parolen „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" zunächst angezogen fühlte, wandte er sich angesichts des Pariser Terrors bald angewidert ab und wurde ein entschiedener Gegner jeder Revolution. Weitgehend als Autodidakt, entwickelte Haller in vielen Jahren eine Staatslehre, die schon von vielen seiner Zeitgenossen als „reaktionär" abgetan wurde. Hallers Ideal war die „alte Ordnung", der organische ständische Staat, die Monarchie, deren Sinnbild das alte Heilige Römische Reich Deutscher Nation war ...

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