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NEU! 

In Ergänzung zu unserem vorhergehenden Beitrag „Das Jahr 1866 und die Spaltung der Konservativen Partei in Preußen“ geben wir die beiden Schriften Ernst Ludwig von Gerlachs wieder, die im Jahre 1866 im Zusammenhang mit dem Deutschen Krieg und der dem Sieg Preußens folgenden Annexionen wesentlich zum Bruch zwischen Ernst Ludwig von Gerlach und Otto von Bismarck führten. Mit diesem Bruch erfolgte auch die Spaltung der Konservativen Partei in Preußen zwischen den Altkonservativen (Gerlach-Kreis) und den Neu- bzw. Freikonservativen.

  1. „Krieg und Bundesreform“, erschienen am 8. Mai 1966 als Leitartikel in der Neuen Preußischen Zeitung. Abgedruckt in: Horst Kohl (Hg.): Bismarck-Jahrbuch. Vierter Band, Leipzig 1897, S. 175 ff.

  2. „Die Annexionen und der Norddeutsche Bund“, erschienen am 19. September 1866 in Berlin  als Privatdruck in Broschürenform.

 

Die Einordnung der beiden Schriften erfolgt im o.a. Beitrag.

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Das Jahr 1866 und die Spaltung der Konservativen Partei in Preußen

von Stephan Ehmke

In diesem Jahr (2026) jähren sich die Ereignisse des „Deutschen Krieges“ zum 160. Mal. Damals entschied die militärische Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich über die deutsche Zukunft. Die Niederlage Österreichs in der entscheidenden Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 besiegelte das Schicksal des Deutschen Bundes, welcher bereits im Juni desselben Jahres durch den Austritt Preußens de facto aufgehört hatte zu existieren. In dem den Deutschen Krieg beenden Frieden von Prag vom 23. August 1866 musste Österreich die Auflösung des Deutschen Bundes anerkennen, welcher damit auch de jure sein Dasein beendete.

Die „Deutsche Frage“, die seit dem Aufkommen der Nationalbewegungen in Deutschland und Österreich-Ungarn nach 1815 virulent war, hatte damit ihre Beantwortung gefunden ...

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Handschriftliche Randbemerkung Friedrich Wilhelms I. zu seinem Erlass vom 10. September 1726, der verfügt, dass künftig alle Kirchen auch der reformierten Konfession zugänglich sein sollen. Der König nimmt Bezug auf den Widerstand, den es aus den Kreisen lutherischer Geistlicher dagegen gab.

»Der Unterschied zwischen unseren beiden evangelischen Religionen ist wahrlich ein Pfaffengezänk, denn äußerlich ist wohl ein großer Unterschied, wenn man es aber examinieret, so ist es derselbige Glaube in allen Stücken, sowohl in der Gnadenwahl als im heiligen Abendmahl. Nur auf die Kanzel, da machen sie eine Sauce, eine saurer als die andere. Gott verzeih allen Pfaffen, denn die werden Rechenschaft geben am Gericht Gottes, daß sie Schulratzen aufwiegeln, um das wahre Werk Gottes in Uneinigkeit zu bringen. Was aber wahrhaft geistliche Prediger sind, solche, die sagen, daß man sich soll einer den andern dulden und nur Christi Ruhm vermehren, die werden gewiß selig. Denn es wird nicht heißen: Bist du lutherisch oder bist du reformiert?, sondern es wird heißen: Hast du meine Gebote gehalten oder bist du bloß ein braver Disputator gewesen? Es wird heißen: Weg mit die letzten zum Teufel ins Feuer, aber die meine Gebote gehalten, kommt zu mir in mein Reich. Gott geb uns allen seine Gnade und geb allen seinen evangelischen Kindern, daß sie mögen seine Gebote halten und daß Gott möge zum Teufel schicken alle die, die Uneinigkeit verursachen. Friedrich Wilhelm.«

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Prophet der Restauration: Carl Ludwig von Haller (1768 — 1854)

von Dipl.-Päd. Stephan Ehmke

Einleitung

Der vorliegende Aufsatz wirft einen Blick auf das Leben und das Werk des Schweizer Staatsrechtlers Carl Ludwig von Haller¹. Er erhebt nicht den Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit, sondern entspringt dem persönlichen Interesse und der persönlichen Sympathie des Autors für eine Persönlichkeit, die selbst in konservativen Kreisen heute kaum noch bekannt ist - allerdings zu Unrecht. Carl Ludwig von Haller wurde 1768 in Bern als Spross einer alteingesessenen Patrizierfamilie geboren. Er wuchs in Zeiten auf, die vom Zeitgeist der Aufklärung geprägt waren. Haller erlebte die Französische Revolution mit ihren Auswirkungen auf seine Heimat direkt mit. An den Ereignissen der Befreiungskriege hatte er - wenn auch in kleinerem Rahmenpersönlichen Anteil. All dies prägte seine politische Einstellung nachhaltig. Wenn Haller sich auch, wie viele junge Männer der damaligen Zeit, von den Parolen „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" zunächst angezogen fühlte, wandte er sich angesichts des Pariser Terrors bald angewidert ab und wurde ein entschiedener Gegner jeder Revolution. Weitgehend als Autodidakt, entwickelte Haller in vielen Jahren eine Staatslehre, die schon von vielen seiner Zeitgenossen als „reaktionär" abgetan wurde. Hallers Ideal war die „alte Ordnung", der organische ständische Staat, die Monarchie, deren Sinnbild das alte Heilige Römische Reich Deutscher Nation war ...

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