altkonservativ.com

Diese Präsenz beschäftigt sich mit dem Denken und Handeln der altkonservativen preußischen Staatsrechtler, Theologen, Historiker, Offiziere und Politiker aus dem Kreis um Ernst-Ludwig und Leopold von Gerlach, die in den 30-er bis 50-er Jahren des 19. Jahrhunderts die Politik des Königreiches prägten. Ihre Grundlagen waren das Christentum der "Evangelischen Katholizität" (F.J.Stahl), die souveräne Monarchie und der christliche Staatsgedanke des "Alten Reiches", des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Auf Europa bezogen waren sie der "Heiligen Allianz" verpflichtet, der Verbindung der christlichen Monarchien Rußland, Preußen und Österreich, die 1815 mit Napoleon I. das revolutionär-totalitäre Prinzip besiegt hatten.

 

Altkonservativ heißen sie deshalb, weil sie sich von denjenigen Konservativen unterscheiden, die sich seit 1858 - dem Beginn der so genannten "Neuen Ära" in Preußen - der Säkularisierung, dem liberalen Parlamentarismus und dem Gedanken der Volkssouveränität geöffnet hatten. Die Altkonservativen blieben demgegenüber bei ihren grundsätzlichen Auffassungen vom Staat als dem "sittlichen Reich" Gottes, der organisch gegliederten korporativen Gesellschaft und dem souveränen Monarchen, der seine politische Macht aus christlicher Verantwortung heraus mit seinen Untertanen teilt. Ihr Ziel war die Erhaltung einer gewachsenen gerechten Ordnung auf der Grundlage von Gottes Geboten. Ihr Motto war das der von ihnen 1848 gegründeten "Neuen Preußischen Zeitung" (genannt "Kreuzzeitung"): "Vorwärts! Mit Gott für König und Vaterland".

 

Die Altkonservativen fanden ihre geistigen Nachfolger im Zweiten Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem "3. Reich" und der frühen Bundesrepublik Deutschland. Manche von ihnen gehörten dem Widerstand gegen Hitler an, wie der im April 1945 hingerichtete tiefgläubige Landwirt und Politiker Ewald von Kleist-Schmenzin.

 

Die Beschäftigung mit dem altkonservativen Gedankengut beinhaltet nicht nur die Historie, sondern auch die Frage, wie seine Ideen heute noch  - oder wieder - für Volk und Staat, Deutschland und Europa fruchtbar gemacht werden können und müssen.

 

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